TZI – Themenzentrierte Interaktion

Posted by admin on April 9th, 2009

Die Begründerin der Themenzentrierten Interaktion, kurz TZI genannt, ist die Psychoanalytikerin Dr. Ruth Cohn, die diese Methode zur Leitung von Gruppenprozessen in den 50er Jahren entwickelte.
Ruth Cohns Bestreben war es, sowohl dem Einzelnen als auch der ganzen Gruppe zu ermöglichen, sich optimal zu entfalten. Bei der TZI geht es darum, weder das Individuum gegen die Gruppe auszuspielen, noch umgekehrt. Bei den Gruppensitzungen geht es nie nur darum, Inhalte zu vermitteln, sondern genau so darum, die beteiligten Gruppenmitglieder mit ihren Problemen ernst zu nehmen. Wie der Begriff Themenzentrierte Interaktion schon sagt, geht es zwar immer um ein bestimmtes Thema, aber zugleich auch um die Art, wie die Gruppenmitglieder miteinander kommunizieren.

Ruth Cohn hat Postulate aufgestellt, die als Grundregeln der TZI angesehen werden:
- Sei deine eigene Leitperson. Orientiere dich nicht an anderen, sondern an dir selbst.
- Störungen haben Vorrang. Über die Gefühle der Menschen soll man nicht achtlos hinweggehen, etwa um ein bestimmtes Arbeitsergebnis zu erzielen. Vorrangig müssen die Ängste und Schwierigkeiten der Gruppenteilnehmer zur Sprache kommen, da deren Befindlichkeiten sonst unterschwellig jede konstruktive Gruppenarbeit erschweren.

Bei der Themenzentrierten Interaktion kann man lernen, welche Verhaltensweisen und Sprechweisen hilfreich sind, um eine möglichst authentische Interaktion zwischen Menschen zu ermöglichen.
So empfiehlt Ruth Cohn unter anderem, nicht in der Mehrzahl von „wir“ zu reden, und auch nicht in der unpersönlichen Man-Form, sondern immer nur von mir selbst zu sprechen, also in der Ich-Form. Niemand kann ja wissen, wie es wirklich in anderen Menschen aussieht. Und deshalb sollte darauf verzichtet werden, anderen seine Sichtweise einfach überzustülpen, indem Aussagen verallgemeinert werden.
Statt nur auf die Worte eines Menschen zu hören, ist es auch immer hilfreich, zusätzlich auf seine Körpersprache zu achten, und auf die Art und Weise, wie er spricht.

Wer die Regeln der TZI beherzigt, kann viel dazu beitragen, dass Menschen lernen, achtsamer miteinander umzugehen. Dazu ist lebenslanges Lernen unverzichtbar.

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